Die Preisträger 2007
1. Preis Mittelstand
Märkisches Landbrot
>>> Hier finden Sie ein Filmportrait
über die Innovationsleistung des Unternehmens.
Neues Brot aus alten Sorten
Joachim Weckmann ist seit mehr als 30 Jahren ökologisch
engagiert - eine Trennlinie zwischen Beruf und Privatleben ist
dem Chef der Brotbäckerei Demeter Märkisches Landbrot
dabei fremd. Weckmann ist ein Mensch, dem Ganzheitlichkeit zur
zweiten Natur geworden ist. Ein Prinzip, mit dem Märkisches
Landbrot zur größten Biobäckerei in Berlin wurde.
Und ein Prinzip, das der Firma am 15.10.2007 auf der Anuga in
Köln den 1. Platz beim Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung
in der Kategorie Mittelstand eingebracht hat.
Die Jury würdigt damit die kontinuierliche Innovationskraft
des mittelständischen Betriebes, die immer wieder Maßstäbe
setzt.
Aktuelle Neuheit und exemplarischer Beleg für die ganzheitliche
Firmenphilosophie ist das "Brodowiner", ein regionales
Vollkornbrot, das alte und neue Getreidesorten kombiniert. Seit
2002 betreibt Märkisches Landbrot Feldforschung mit verschiedenen
Getreidesorten. Darunter Bergroggen, eine langstrohige Wildroggensorte,
die sich in die sandigen Böden Brandenburgs fügt als
sei sie dafür geschaffen. Bergroggen verleiht dem "Brodowiner"
seine derbwürzige Note, die abgemildert wird durch Lichtkornroggen,
einer ökologischen Neuzüchtung aus alten, längst
verschwundenen Sorten. Dem Ökolandbau, der meist noch immer
auf konventionelle Getreidesorten zurückgreifen muss, steht
damit ein Roggen zur Verfügung, der auch ohne Kunstdünger
und Pestizide stabile Ernten garantiert - ein Beitrag zur genetischen
Vielfalt, die der Jury des Innovationspreises ein Sonderlob
wert war.
Wer Feldforschung in großem Stil betreibt, braucht zuverlässige
Partner. Deshalb hat Joachim Weckmann im März 2007 mit
führenden Öko-Bauern, Bioläden und Naturkost-Herstellern
der Region Berlin-Brandenburg das Bündnis "fair und
regional" geschmiedet. Die Mitglieder haben sich verpflichtet,
regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern und faire
Rohstoffpreise zu zahlen. Vier Fünftel seines Getreides
bezieht die Bäckerei, deren knapp 40 Mitarbeiter einen
Jahresumsatz von fünf Millionen Euro erwirtschaften, aus
der Region. Täglich werden 33 Brotsorten und ebenso viele
Brötchen-Variationen nach den Demeter-Richtlinien gebacken
und über Reformhäuser, Bioläden und Feinkostgeschäfte
in und um Berlin verkauft. Die starke regionale Verbundenheit
der Bäckerei hat die Jury überzeugt.
Zum Konzept des Betriebes, der 1995 als erste Bäckerei
Europas das Öko-Audit-Zertifikat erhielt und stets durch
Innovationsleistungen auf sich aufmerksam macht, gehört,
dass alle Stoff- und Energieströme kontinuierlich optimiert
werden. Bereits vor über zehn Jahren hat Weckmann große
Summen in zwei Solaranlagen und ein Blockheizkraftwerk gesteckt
und Energieverbrauch und CO2-Ausstoß fast halbiert. Doch
das ist dem Landbrot-Chef zu wenig: Im Dezember will er einen
völlig neu entwickelten Backofen in Betrieb nehmen, der
CO2-neutral mit Dinkelspelzen-Pellets beheizt wird. Einen Teil
der verbleibenden CO2-Emissionen kompensieren Aufforstungsprojekte
auf Madagaskar. Die Tatkraft, mit der Joachim Weckmann den Klimaschutz
angeht, hat die Jury als besonderen Pluspunkt verbucht.
Pluspunkte hat der Bäckerei auch die Bio-Brotbox-Aktion
gebracht, die Joachim Weckmann im Jahre 2002 mitinitiierte und
seitdem unentgeltlich mit Brot versorgt. 2007 wurden 52.000
Boxen in Berlin und Brandenburg an Erstklässler verteilt.
"Kinder haben das Recht auf ein gesundes Frühstück",
sagt Weckmann angesichts der Tatsache, dass viele Schüler
mit knurrendem Magen zum Unterricht kommen. Mittlerweile ahmen
acht weitere Bundesländer die Brotbox-Aktion nach. Kein
Wunder, dass die Jury die Bäckerei als Branchenvorreiter
mit dem 1. Platz in der Kategorie Mittelstand ausgezeichnet
hat.
Weitere Informationen unter www.landbrot.de.
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